Wenn sich Menschen aus Beziehungen lösen, dann ist in den Verbindungen die gemeinsame Energie, das gemeinsame Karma aufgebraucht. In anderen Bindungenn bleibt etwas zurück, das aufgearbeitet werden will. Die Zeit heilt in diesem Fall keine Wunden und es geht alle an, die darin verstrickt sind. Sonst folgen Gefühle von Schuld und Scham, Reue, Groll, Angst oder Hass, die im widrigsten Fall systemische Verwicklungen zur Folge haben, die zukünftige Generationen beeinträchtigen.
Wenn die Energiebalance unausgeglichen ist, binden Gefühle und Erinnerungen diese Energie und verhindern so die Entwicklung der Persönlichkeit. Das ist zudem auch noch erblich.
Ein Loslassen dieser Bindungen ist nicht immer möglich, wenn es - außer durch einen symbolischen Akt - keine Möglichkeit mehr gibt ein Gleichgewicht wiederherzustellen. Wenn das Auflösen jedoch funktioniert, bleiben Reste dieser nun freigewordenen Beziehungsenergie im Körper zurück, die neu formiert wird und bei der Weiterentwicklung hilft.
Ethik ist nicht lustig. Der Weg dorthin ist auch nicht lustig, denn Ethik beschäftigt sich mit der Frage des eigenen, verantwortbaren Handelns. Aber der Reihe nach:
Vor einigen Wochen wurde mir das Buch "Fast nackt: Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben" von Leo Hickman in die Hände gespielt.
In dem darauf folgenden und immer noch andauernden Selbstversuch gab ich mich der Illusion hin, mein Leben natürlich viel schneller, besser und gründlicher ethifizieren zu können. Ich habe zudem den Heimvorteil des Singlehaushalts und muss nur die Katze Kessy berücksichtigen. Aber so einfach ist das Leben nicht. Hier nicht und von der Sache her auch nicht. Dazu später mehr.
Ich werde also Sie, geneigte Leserin, geneigter Leser, an der Umstrukturierung meines Lebens teilnehmen lassen. Dies umfasst Körper- und Zahnpflege, Geldanlage, Ernährung, Kleidung und Umwelt. Wohnen und Auto, Urlaub und Reisen. Arbeit. Und bestimmt läuft mir noch die eine oder andere Idee über den Weg, an der ich Sie ebenso teilhaben lassen möchte.
Einige der auf dem Weg gesammelten Erkenntnisse gefallen mir nicht. Je mehr ich mich mit diesen Themen beschäftige, desto sichtbarer wird das System, in dem wir uns bewegen, und dessen Grenzen. Letztlich geht es um die Frage: was will ich tun und kann ich es tun? Wo sind Beschränkungen, oder anders gesagt: lebe ich, oder werde ich gelebt?
Mehrsprachige Gebrauchsanweisungen auf die Muttersprache durch heraustrennen der entsprechenden Seiten zu reduzieren, erspart Gewicht und Platz im entsprechenden Ordner. Viele Hersteller sind dazu übergegangen, die Bedienungsanleitungen im Internet zu veröffentlichen. Nach dem ersten Gebrauch - wenn überhaupt - führen Sie ein Schattendasein. Wieso sie dann nicht gleich auf der Festplatte endlagern?
Oft tragen diese Anweisungen nur eine Nummern- und Buchstabenkombination. Dann macht es Sinn, sie von "MCM2050" in "Küchenmaschine" umzubenennen. Wenn Sie mehrere Exemplare der gleichen Gattung (heizbare Fußwärmer, Mobiltelefone und so weiter) haben, können Sie sie mit weiteren Attributen belegen, wie zum Beispiel Herstellernamen, Modellnummer, oder Hauptfunktion (Telefon Blaubeere 1800 ...).
(Ausgediente) Gästehandtücher können gute Dienste leisten, wenn sie als Pfotenabtreter vor die Katzentoilette gelegt werden. So verteilt sich die Streu nicht weiter in der Wohnung und das Nachfegen ist schneller erledigt.
Die Deckel des leckeren vegetarischen Brotaufstrichs von "Tofu Life" (Aldi) passen unter anderem auf Katzenfutterdosen, DIN sei Dank!
Beziehungen haben mit Wachsen und Lernen zu tun, egal um welche Verbindung es sich handelt. Glück kann sich dabei einstellen, ist aber nicht das Endziel, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich, nicht für den anderen. Der Andere kann, darf und muss für sich selbst entscheiden, andernfalls überschreite ich Grenzen und verletze die Autonomie des Gegenüber.
Es gibt Situationen, in denen Reue, Schuld oder ein schlechtes Gewissen meinen inneren Raum so vollstellen, dass ich mich kaum mehr darin bewegen kann. Derartige Gefühle können für lange Zeit die eigene Lebendigkeit behindern.
Wenn ich aber die Verantwortung für mein Tun übernehme, dann übernehme ich sie auch für meine Reue- und Schuldgefühle. Die 12-Schritte-Programme (hier das der Anonymen Alkoholiker) geben vom 8. bis zum 10. Schritt Hinweise für den Umgang damit. Wenn ich diese Tipps befolge, dann wird sich auch meine Beziehung verändern und verbessern, selbst wenn es die Trennung bedeutet.
Ein leerer Raum hat nichts mit Minimalismus zu tun, denn der spielt sich im Kopf ab. Um die Leere sichtbar zu machen, muss ich den Raum füllen. Eine Beispiel für derartige Raumgestaltung, ist die Tokonoma. Sie dient nur dekorativen Zwecken, gibt dem Raum aber seinen ganz speziellen Charakter.
Traditionell beherbergt die Tokonoma eine Kalligrafie und ein Blumengesteck. Übertragen auf hiesige Verhältnisse, finde ich diese Pflanze oder auch die Vase eines bekannten schwedischen Möbelhauses (nein, ich bekomme keine Provision) als Anregung sehr schön, wobei die Größe der Objekte natürlich dem Raum angemessen sein muss.
Ich bin ein großer Fan der 30-Tage-Liste: Alle Anschaffungen schreibe ich zuerst mit Datum auf eine Liste. Wenn ich diese Anschaffung am Ende der 30-Tage-Frist immer noch haben will, erst dann kaufe ich es - so weit, so simpel.
Ich neige jedoch immer wieder dazu, mir den Wunsch auch nach 30 Tagen zu versagen. Das wiederum macht Knoten ins Hirn und bindet zuviel Gedankenenergie, die, wenn ich mir den Wunsch erfülle, ich weitaus besser nutzen kann.
Sie kennen das: wenn die Blattfeder nachlässt und das Häkchen nicht mehr nach unten gedrückt wird, dann öffnet sich der Reißverschluss. Bei Hosen ist das manchmal peinlich und um diesen Zustand zu beheben, fädeln Sie etwas Band durch den Schieber, verknoten es und ziehen den Schieber in Richtung Verschlussknopf. Dort angelangt schlingen Sie die Schlaufe um den Knopf und schließen die Hose - fertig!
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei Tuben oft am Falz eingeprägt. Ärgerlich nur, wenn Sie sich das Datum nicht gemerkt haben und die Tube wieder aufrollen müssen. Die einfache Lösung ist, das Verfallsdatum mit einem wasserfesten Stift auf den Deckel oder die Tube zu schreiben.
Das Leben kann so einfach sein: Minimalist Furniture: The Bare Essentials
Dass Zahncreme einen guten Chromreiniger abgibt dürfte zumindest den Autofahrern unter uns bekannt sein. Aber wie viele Reinigungsmittel haben Sie im Haus? Jeweils eines für Küche, Badewanne, Toilette, Fußboden, Geschirr, Kunststoff und so weiter?
Ich verwende Flüssigseife, die ich auch zum Händewaschen und Duschen benutze, bei allen anfallenden Gelegenheiten. Sie ist günstig, die Lagerung Platz sparend, ich bekomme keine grünen Pickel davon und bislang ist auch das Reinigungsergebnis genau so gut, wie das von Spezialreinigern.

Foto: robertpaulyoung
Perfektion ist nicht dann erreicht,
wenn es nichts mehr hinzu zu fügen gibt,
sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.
Antoine de Saint-Exupery (1900 - 1944)
Quelle: Terre des Hommes, III: L'Avion, p. 60 (1939)
Wenn ich mir zu viele Gedanken über Dinge mache, die ich nicht ändern kann, dann hilft mir der Besuch eines Friedhofs. Das erdet und dort kann ich klären, was für mich wichtig ist.
Fast jede unserer Aktivitäten belastet die Umwelt, so auch der Internetgebrauch. Dem dadurch erhöhten CO2-Ausstoß nimmt sich kaufda.de an. In Zusammenarbeit mit "I Plant a Tree" wird für das Blog, das sich mit mit den Banner schmückt, ein Baum gepflanzt. Dadurch werden die CO2-Emissionen des Blogs neutralisiert.
Eine gutes Marketing, bei dem für alle Seiten etwas herausspringt und das ich hier gerne weiterverbreite!
Besorgen Sie sich ein Stethoskop, legen Sie sich vorzugsweise ins Bett und hören Sie Ihrem Herzschlag zu.
Nach einer Weile verändert sich die Wahrnehmung, es scheint, als ob Sie das Herz eines anderen Menschen schlagen hören. Sie erleben sich von außen und fürchten sich nicht, selbst wenn Ihr Herz aufhören sollte zu schagen.
P.S.: Das Stethoskop ist wichtig, es erzeugt eine künstliche Distanz, durch den hörbaren Herzton gleichzeitig eine Nähe, die durch reine Beobachtung nur schwer zu erreichen ist.
Ich habe in letzter Zeit mit Teilen meiner Vergangenheit den Aktenvernichter gefüttert. Das Aussortieren von Urkunden, Briefen und Bildern war von Wehmut begleitet, die aber der Erleichterung wich, sobald die papiernen Erinnerungen zerkleinert waren. Dadurch konnte ich Teile meiner Wurzeln hinter mir lassen und der äußeren Veränderung folgte schließlich ein innerer Prozess.
Gedanken an diese Zeit begleiten mich auch ohne Zeugnisse, die ich über Jahre und Jahrzehnte aufbewahrt habe. Die Dokumente beschweren nun etwas weniger, setzen dafür andere Dinge in Gang, die mir einen anderen Blick auf mich - und somit die Welt - eröffnen.
Die photografischen Ablichtungen meines Lebens gibt es größtenteils nicht mehr. Die wenigen Überlebenden sollen mich an Zeiten erinnern, die mich geprägt haben. Einige sentimentale Bilder finden sich noch, von denen ich mich bisher nicht trennen kann, aber auch dieser Zeitpunkt kommt.
Wenige, wirklich wichtige Fotos, berühren mich noch heute, der Rest ist Ballast. Das Gefühl, bei manchen Bildern die Erinnerung an Orte und Personen, habe ich nicht mehr. Menschen, deren Namen ich nicht kenne, mich selbst, gespenstische Vergangenheit - das hat nichts mit dem "Jetzt" zu tun.
Fotografien, Filme, Seiten wie diese, Zeitungen, Radio, Musik: all das kann Suchtcharakter haben, denn damit kann ich meine Gefühle verdecken. Medien halten mich davon ab in der Gegenwart zu leben, zu sehen, zu hören, zu spüren, zu riechen. Und sie bewahren mich vor der Panik, mit mir alleine zu sein, mich anzuschauen und mich zu verändern.
Können Sie mit sich alleine sein?
... steht, dass ich Menschen, die sich anders entwickeln, loslassen soll, damit sich beide Seiten in ihrem eigenen Tempo entfalten können.
Dabei ergibt sich manchmal die Situation - da mir das Loslassen nicht immer leicht fällt -, dass diese Aufgabe zu meinem eigenen Lehrstück wird, mich bereichert und mir dabei hilft, über mich selber Klarheit zu gewinnen.
Im Zuge des derzeitigen Wirtschaftsrahmenprogramms wird bei einigen die Kaninchenseele sichtbar, die vor der Schlange hockt und darauf wartet gefressen zu werden. Den zweifellos nötigen Mut aufzubringen und den (hoffentlich) vorhandenen Lebenstraum zu verwirklichen, fällt vielen Menschen schwer.
Die Meisten schieben ihre persönliche Situation oder die "schlechte Lage" vor, um sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen. Oder auf die Idee zu verfallen, dass sie nie einen Lebenstraum hatten, oder wenn doch, ihn verkauften.
Die langfristige Perspektive: ein Lebensende, das auf nicht erfüllte Träume zurückblickt, ist unschön realistisch. Aber wenn der Lebenstraum Priorität hat, dann geht er in Erfüllung, denn was bei einem Menschen geht, funktioniert – theoretisch wenigstens – bei allen Anderen auch.
Dazu muss ich meine Komfortzone verlassen, mich verändern und auf Neues einzulassen. Das erfordert Mut und einen gewissen Anspruch an mich selbst. Diesem Anspruch werde ich manchmal nicht gerecht, an solchen Punkten ergibt sich aber die Möglichkeit zu wachsen und zu lernen und oft erschließt sich dabei etwas, das zum Erreichen des (Teil-) Ziels nützlich bis notwendig ist.
Die Vorstellung dieses Ziels und die aktuelle Umsetzung weichen möglicherweise voneinander ab. Oder das Ziel wird auf dem Weg dorthin, vielleicht nach seiner Erreichung, unattraktiv. So what? Ich durfte diese Erfahrung mehrfach machen, Scheitern inklusive. Doch immer konnte ich daraus etwas lernen, für das Leben mitnehmen, das ich nun anderen Menschen weitergeben darf.
Das Wichtigste auf dem Weg ist die Schritte zu gehen, nicht lau und halbherzig, sondern mit aller zur Verfügung stehenden Kraft und authentisch. Mich nicht vergleichen, sondern konsequent die eingeschlagene Richtung verfolgen, nicht ganz so Wichtiges liegen lassen, denn meist erledigt sich das von alleine. Und zu guter Letzt den Mut eigene Wege zu gehen, selbst wenn sie schwer aussehen. Am Ende der Reise steht ein aus eigener Kraft verwirklichter Traum.
Wovon träumen Sie?
Ein Großteil allen Leidens hat seinen Ursprung in nicht erfüllten Erwartungen – soweit nichts Neues. Ebenso der Umkehrschluss, dass eine Reduzierung von Erwartungen das Leiden vermindert.
Teilweise gefallen mir diese Rollen, mein Verhalten wird so von Fremd- und Eigenerwartungen bestimmt. Das hat nichts mit Authentizität, mit Echtheit, zu tun und genau deswegen bin ich auch nicht gemeint, wenn ich in eine dieser Rollen schlüpfe.
Es ist eine ungeahnte Freiheit, sich nicht in diesen Schemata und Erwartungen zu bewegen. Wenn sich beide Seiten von den Gedankenbarrieren befreiten, dann öffnet sich der Weg zu einem echten Miteinander.
Jeder sieht die Welt mit eigenen Augen. Wer arbeitslos ist und darauf mit Hoffnungslosigkeit reagiert, kann sich drei Fragen stellen:
1. Weshalb reagiere ich nur, anstatt zu agieren?
2. War ich vielleicht schon hoffnungslos, als ich meinen Arbeitsplatz noch hatte?
3. Wo liegt meine Verantwortung für den Arbeitsplatzverlust?
Und hier noch etwas für diejenigen, die sich trauen ihre Träume einzulösen:
http://www.youtube.com/watch?v=9lp0IWv8QZY&feature=related
Es gibt noch andere Sichtweisen und jeder sieht die Welt mit eigenen Augen...
Wenn sich etwas nicht als Herzenswunsch qualifiziert, dann ist es mir nicht wichtig. Damit ich aber weiss was dieser Wunsch ist, sortiere ich die Sachen aus, die nebenbei anfallen.
Seit ein paar Tagen habe ich das, wegen der schieren Menge, aufgegeben. Und zum ersten Mal fühle ich mich getragen, auch durch die Erkenntnis, dass ich nicht auf alles reagieren brauche und dass "Nein", ein vollständiger Satz ist.
Durch die bewusste Aufgabe dieser Dinge, bin ich meinen Herzenswünschen näher gekommen, als ich das jemals für möglich gehalten habe.
Manchmal finden andere Menschen bessere Worte. So hat zum Beispiel kürzlich eine Freundin gesagt: "Wenn ich mich mit Kaufbarem belohnen will, dann steht mir der Sinn nach Ablenkung und es ist wieder mal Zeit zum Loslassen."
Gegenstände im Außen sind Ersatz für innere Bedürfnisse, die so Be-Achtung finden wollen. Die Alternative zum Shoppen ist es also, mein Innenleben mit Liebe, Achtung und Zuwendung zu bedenken.
Vor fünf Jahren war mein Kalender dreimal so voll, gefühlsmäßig habe ich heute genauso viel zu tun. Das liegt für mich an zwei Dingen:
1. Ich bemühe ein Zeitmanagementsystem wie Zen To Done oder Autofocus, deren Umsetzung einfach ist.
2. Das Mehr an Zeit verbringe ich mit Sachen, die ich tun möchte.
Bei alledem habe ich die Wahl, wie ich meine Tage verbringen will. Und wenn das bei einem Leut funktioniert, dann geht es (theoretisch wenigstens), bei jedem Anderen auch.
Karma, ... wörtlich "Wirken, Tat", bezeichnet ... den ... Charakter und Geschick der die Wesen beeinflussenden heilsamen oder unheilsamen Willen ... . Dieser karmische Wille äußert sich in körperlichen Taten, in Worten oder bloß in Gedanken.
Ich habe keine Kinder, war aber bereits in deren Lage und bin erzogen worden. Ob das Experiment bei mir geglückt ist, das sei dahingestellt; Eines steht aber fest: mir wurden Grenzen aufgezeigt. Wenn ich sie übertreten habe, wurde ich mit den Konsequenzen konfrontiert. Und die waren meist so eindrücklich, dass ich mir gemerkt habe, wo die Schranke steht.
Das Ergebnis daraus ist, dass ich viel "unheilsamen Willen" in sein Gegenteil überführen konnte. Vielleicht auch mit Druck, aber: wer heilt hat Recht.
Wenn ich mir die körperlichen Taten, Worte und Gedanken der nächsten Generation ansehe, dann rückschliesse ich, dass diese nicht in dem Maße mit den Konsequenzen bekannt gemacht wurde und ebensowenig die Möglichkeit bekam, etwas "unheilsamen Willen" zu transformieren.
Wenn diese Kinder grenzenlos groß werden, woher sollen sie die Folgen ihres Handelns kennen? Diese sind für Erwachsene einschneidender, als ein gegenüber Kindern durchgesetztes Verbot, an dem sie letztlich lernen können.
Wenn Eltern ihren Kindern einen Gefallen tun wollen, dann sollten sie diese eindrücklich mit den Nachwirkungen ihres Verhaltens konfrontieren und ihnen klar machen, dass jede Tat eine Wirkung hat. Gutes sucht sich seinesgleichen. Das Schlechte ebenso.
Der japanische Begriff Budô - Weg des Kriegers - ist eine relativ neue Wortschöpfung. Ursprünglich ging es um Bujutsu - Kriegskunst. Es waren Soldaten, die sich im Nahkampf bewähren mußten, sonst wurden die Ehefrauen im Handumdrehen, und das ist wörtlich zu nehmen, zur Witwe. Deshalb lenkte der Krieger seine Aufmerksamkeit auf den Gegner und blieb tunlichst präsent. Je konzentrierter und unabgelenkter er war, desto wahrscheinlicher wurde sein Überleben.
Die Aufmerksamkeit pendelt zwischen Sinneseindrücken hin und her, sodass die Illusion der gleichzeitigen Wahrnehmung entsteht. Sie lässt sich aber nur auf eine Sache richten, parallel Hören und Sehen geht nicht.
Singletasking ist das Stichwort, Ordnung von Vorteil. Innerlich und äußerlich aufgeräumt zu sein spart Zeit, Platz, Geld und Mühe: beides bedingt einander und äußere Ordnung ist das Ergebnis inneren Aufräumens. Und umgekehrt.
Aber ich habe aufgepasst: der Bonsai oder Urgroßmutters Petroleumnachttischlämpchen machen den Unterschied zwischen einer minimalistischen Einrichtung und einem leeren Kühlschrank.
Eines der Hindernisse zur zeninspirierten Einfachheit ist die gefühlsmäßige Bindung, die ich zu meinen inneren Staubfängern unterhalte. Hier kann ich etwas unternehmen, indem ich mich aller Dinge entledige, die ich nicht mehr brauche, mag, oder die nicht mehr hilfreich sind.
Ich habe bereits mehrere Durchgänge hinter mir und nach jeder Runde fühle ich mich im Wortsinn erleichtert.
Das Ergebnis dieses Tuns ist die Konzentration in diesem Moment. Und so schliesst sich auch dieser Kreis ...
Ich kann nur weggeben, was ich auch besitze. Die Besitznahme geschah in der Vergangenheit und nun ziert Großmutters Erbstück das Wohnzimmer. Es ist uns irgendwann zugefallen, wir haben nicht nein gesagt und aus irgendeinem Grund entsorgen wir diesen Krempel nicht. Zuweilen erliegen wir gar dem Trugschluss, dass er einen Wert hat. Den hat er auch, aber der ist ideell, wer bereits eine Wohnung aufgelöst hat weiss, wovon ich spreche.
Mögen wir diese Dinge? Bereichern sie uns? Gebrauchen wir sie? Vermissten wir sie, wenn sie fort sind? Haben wir genug Platz dafür?
Ein "Nein" sollte uns jetzt zu denken geben. Befreien wir unsere Umgebung von dem Wirrwarr, Sie werden merken, wie viel mehr Energie Sie zur Verfügung haben, die Sie für Ihre persönliche Zukunft einsetzen können, anstatt sie in die Vergangenheit zu investieren.
"Behalte, was dir wichtig ist, beseitige den Rest."
Dieser Satz beschreibt das Simplifykonzept meiner Meinung nach am Besten. Nicht nur die Dinge um mich herum können zu Gerümpel werden, sondern auch Gedanken und Gefühle, durch die ich mir selber ein Bein stelle. Mit guter Absicht aufgenommen, sind sie mittlerweile überholt.
Beide "Entrümpelungs"-Prozesse, innere wie äußere, wiederhole ich in Abständen, weil ich immer noch etwas finde, von dem ich mich nicht auf Anhieb lösen konnte, oder das später aufgetaucht ist. Die Entsorgung verschafft mir Erleichterung und versetzt mich in Staunen, woran denn mein Herzchen sooo lange gehangen hat.
Wenn Sie jemandem etwas zusagen heißt das, dass Sie an anderer Stelle etwas absagen müssen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Herzenswünsche, denn Sie können nicht auf jeder Hochzeit tanzen.
Ist Ihnen das Projekt, bei dem Sie zusagen wollen, wirklich wichtig? Und wenn Sie bereits, aus welchen Gründen auch immer, "Ja" gesagt haben, was passiert, wenn Sie Ihre Entscheidung revidieren?
Wenn der Eingangskorb Ihres Mailprogramms mehr als zehn Mails beherbergt, dann ist das Email-Anti-Blockier-System etwas für Sie.
Zuviele Mails zehren am Energievorrat und verursachen im schlimmsten Fall Stress oder Zeitnot. Das muss nicht sein! Denn die Lösung liegt in der Vereinfachung Ihrer Inbox.
Legen Sie zwei Ordner an:
- Ablage, für Mails, die Sie behalten müssen (müssen Sie wirklich?) oder wollen.
- Bearbeiten, für Korrespondenz, deren Bearbeitungszeit länger als zwei Minuten braucht (alles was kürzer als dieser Zeitraum ist, sollten Sie sofort bearbeiten) und das Resultat nach Bedarf in der Ablage zwischenlagern.
- Schließen, diesen Ordner brauchen in der Regel Sie nicht anzulegen, denn er ist in jeder Mailanwendung bereits vorhanden, es ist der Papierkorb. Dorthin verbringen Sie dann die Mails, die nicht den Kriterien von A oder B entsprechen.
Ein Wort zum Schluss: das Gehirn braucht etwa drei bis vier Wochen, um sich an ein neues Verhalten zu gewöhnen. Machen Sie es sich während dieser Zeit zur Regel, Ihren Eingangskorb bei jedem Aufruf des Mailprogramms zu leeren, damit sich dieses Verhalten einprägt und Sie nicht wieder in alte Muster zurückfallen.
Die 5S-Methode ist ein japanisches Programm zur Arbeitsplatzorganisation, das Eingang in das Total Quality Management gefunden hat. Aber auch das Heim profitiert von zeninspiriertem Minimalismus.
Seiri (Sortieren: Ordnung schaffen, trenne dich von nicht Notwendigem)
Seiton (Systematisieren: verwahre alles an einem geeigneten Ort)
Seisô (Säubere den Arbeitsplatz)
Seiketsu (Standardisiere die Ordnung)
Shitsuke (Selbstdisziplin: Erhaltung der Ordnung, Sauberkeit und der Standards)
Mehr dazu gibt es hier: Kaizen, 5S Methode und 5S Arbeitsplatzorganisation.
Ich versuche von Menschen, mit denen ich eng zu tun habe, einen emotionalen Sicherheitsabstand zu halten, denn sobald ich zu viele Zugeständnisse mache, verliere ich mich und werde gelebt oder manipuliert. Je nach Art der Beziehung kann das problematisch werden, letztlich kann ich niemanden ändern außer mir selbst. Wenn ich merke, dass mir die Beziehung nicht gut tut, dann werde ich sie entweder beenden oder soweit einschränken, dass ich sie weiterführen kann, ohne mir dabei selber zu schaden.
Ich bin zum Kunden der Bank "mit dem grünen Band der Sympathie" durch den Aufkauf meiner Onlinebank mutiert. Dorthin hat es mich verschlagen, weil meine heimische Sparkasse nicht bereit war, mir ein kostenloses Girokonto einzurichten. Das hat sich geändert und ich überlege, ob ich nicht wieder zur Sparkasse zurückgehe.
Was wiederum mehrere Gründe hat, die Hauptüberlegung ist, dass ich meinen Kopf um eine Geheimnummer, und die Brieftasche um eine Karte entlasten kann. Für die Umwelt wird weniger Papier verbraucht und ich habe mehr Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die mir wichtig sind. Und zu guter Letzt wird die Steuererklärung vereinfacht. Ich werde also das Zweitkonto dran geben und bin damit dem vereinfachten Leben ein Stückchen näher gekommen.
Im Leben geht es darum Gepäck loszuwerden, anstatt zusätzliche Dinge in den Lebensrucksack zu stopfen. Je einfacher der Lebensstil, desto leichter wird dieser Prozess. Dann stehen die Chancen gut, dass wir eines Tages ohne Ballast aufwachen.
Bei jeder Entscheidung spielen Gefühle eine entscheidende Rolle. Es sind gelernte Reaktionen auf körperliche Zustände, die wiederum Einfluss auf den Körper nehmen. An anderer Stelle habe ich dazu bereits etwas geschrieben.
Warum ist es so schwierig, sich eine alternative Reaktion auf einen Reiz anzugewöhnen? Kurz gesagt: weil diese eingespielte Reaktion erfolgreich war. Das Baby hat Hunger, quäkt und wird gefüttert. Wenn dieser Mechanismus frustriert wird, verknüpfen sich das Gequäke und die unangenehme Empfindung eines leeren Magens. Deswegen zeigen erwachsene Menschen Übellaunigkeit, wenn sie hungrig sind.
Diese klassische Form von Energieverschwendung gilt es abzustellen. Es ist ein Selbsterziehungsprozess, auf dem es Rückschläge gibt, die besonders weh tun, wenn ich dem Trugschluss aufsitze, mit bestimmten Situationen umgehen zu können. Holzauge, sei wachsam!
Das Unterfangen bleibt schwierig: einerseits ist es befriedigend den Ärger zu erkennen, bevor er außer Kontrolle gerät und mir durch meine unerwünschte Reaktion den ganzen Tag vesaut.
Weniger befriedigend ist, wenn das Fortpflanzungsprogramm angelaufen ist und mir einfällt, dass ich es bereits 1968 abgeschaltet habe;-).
Ärger ist mit negativen, Reproduktionsaktivitäten gewöhnlich mit positiven Gefühlen besetzt. Aber selbst das Gefühl von Glück wird auf Dauer anstrengend. Sich auch davon zu befreien, ist eine der Aufgaben, die das Leben bereithält.
Wohlgemerkt, es geht nicht darum zu versteinern, sondern sich von der Macht der Gefühle zu befreien, aus der Achterbahn auszusteigen, um dadurch zu einem gelassenen und freundlichen Umgang mit sich selbst zu finden.
Empfindungen basieren auf Erlebnissen aus der Vergangenheit. Wir übertragen das Erlebte und die damit verbundenen Empfindungen auf die Gegenwart und nehmen uns so die Möglichkeit, neue Situationen mit klarem Blick und ohne Gefühlsfilter zu erleben.
Diese Transferleistung erinnert an die Reiz-Reaktionstheorien der Pawlow'schen Hunde.
Das Ich besteht aus Gefühlen, also (weitgehend) gelernten Erinnerungen, und diese Erkenntnis hat mich ungemein erleichtert. Ich kann wahrnehmen, ohne mich mit Regungen aus der Vergangenheit zu befassen, deren Bezüge zur Realität allenfalls in meinem Kopf existieren. Das Leben kennt keine Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, es erzeugt keine Gefühle, es ist der klare Augenblick.
Wenn sich jedoch das kleine Ego meldet, dann sollten wir es ermuntern, sich in liebevoller Weise zu äußern. Unsere Beschwerdementalität und unsere Empfindungen im Zaum und deren illusionären Charakter im Blick zu halten mag mühevoll sein, aber auch hier ist die Übung der Weg zum Erfolg. Das Ergebnis ist ein weiserer und gesünderer Umgang mit der Welt und vor allem mit sich selbst.
Ein bestimmender Faktor für das Lebensglück vieler Menschen, ist eine gut funktionierende Beziehung (ein Gruselwort, wie ich finde). Die Beziehung, egal ob vorhanden oder nicht, bindet so viel Gedanken- und Lebenskraft, Zeit, Geld und Mühe, dass ganze Industrien davon leben können: von der Angst, alleine zu sein, nichts mit sich anfangen zu können, intime Beschäftigung, Ablenkung und Ansprache zu haben, geliebt zu werden und so weiter. Es gibt sicherlich auch positive Aspekte (welche waren das doch gleich ...), letztlich hat dieses Lebenskonzept nichts mit Glück zu tun, sondern dient der Vermeidung von Leid.
Unsere Gesellschaftsform basiert auf Mangel. Wenn der Zugang zu einem Gut (Milch, Öl, Gold ...) eingeschränkt wird, dann steigt der Preis und die entsprechende Währung fliesst in die Taschen derer, die an dem Zugangshebel sitzen.
Was in der Wirtschaft geht, funktioniert auch ganz famos im Privatleben. Und zwar ständig und in allen Bereichen. Dieser Mechanismus basiert auf der Angst davor, nichts abzubekommen. Diese Mangel-Angst wird durch die Beziehung zum Mangel-Glück umgedeutet. Und die eher zweifelhafte Gegenleistung für dieses Glück ist eine Beschränkung der Freiheit, die aber durch ein Übermaß an Konsum ausgeglichen wird. Bis auch das zur Abhängigkeit führt - und wir den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben haben.
Die gute Nachricht ist, dass diese Mangelgesellschaft künstlich am Leben gehalten wird. Alles ist im Überfluss vorhanden. Wir können uns verweigern, wir müssen den Mangel nicht hinnehmen, sondern sind im Stande aus der Fülle heraus zu leben und so unsere Selbstachtung zu bewahren. Wenn wir uns trotz besseren Wissens anders entscheiden, dann geben wir unsere Würde auf und machen uns - freiwillig - zum Junkie. Jede/r Einzelne trägt die Verantwortung dafür. Meine Entscheidung ist klar.
Das beziehungsabstinente Leben hat einen schweren Stand, setzt es doch hohe Eigenverantwortung und Selbstliebe voraus, in einem um Abgrenzung zum Mangel bestrebten Sinne. Daran hat, zumindest von offizieller Seite, niemand Interesse. Denn wenn sich mehr als nur ein paar Spinner, die Texte wie diesen schreiben, auf machten und den Mangel nicht mehr akzeptierten, wohin würde das führen? Vielleicht zu einer Gesellschaft in der Fülle herrscht, mit glücklichen Menschen, die einander respektieren und lieben, ohne Erwartungen, einfach so?
Jetzt Sie, träumen Sie weiter ...
Ich habe mich während der letzten Monate von Nikotin, Koffein, Zucker, Weißmehl und "Beziehungen" (ein Schüttelwort!) getrennt und erntete dafür einiges Kopfschütteln. Die Freiheit von diesen Dingen bescherte mir zunächst Zufriedenheit. Doch dann kam alles anders...
Zuerst ging es um die Freiheit von diesen Dingen und der Verzicht ist mir schwer gefallen als klar wurde, dass diese Aufgabe, im Doppelsinn, weh tut, weil es eine Veränderung der eingefahrenen Bahnen bedeutete. Aber es hat sich gelohnt, mir stand mehr Energie zur Verfügung und ich wurde mit Angstfreiheit belohnt. Plötzlich hatte ich viel mehr Zeit, wurde nicht von Äußerlichkeiten manipuliert und die Seele bekam Gelegenheit auszukundschaften, was ihr wichtig ist.
Dann drehte sich der Spieß um und meine Gedanken drehten sich ständig um Schokolade und Kaffee. Das habe ich etwa zwei Wochen mitgespielt. Da ich mich schon ganz gerne habe, trinke ich seit ein paar Tagen wieder Espresso und knabbere an dem einen oder anderen Nugatriegel.
Fazit:
1. Die Gelegenheit war günstig und ich habe sie ergriffen.
2. Ich trinke lieber Kaffee und nehme etwas zu, als dass ich wieder anfange zu Rauchen.
3. Wenn ich wieder rauchte, dann wäre die Scham größer, das habe ich mehrmals erlebt.
4. Es ist nicht Sinn der Sache den Verzicht zweckfrei zu praktizieren, vor allem dann nicht, wenn dadurch Energien gebunden werden.
5. Jedes Extrem ist unfreundlich, auch gegen sich selbst, deswegen greife ich hier auf Freund Buddha und den mittleren Weg zurück.
6. Der Beziehungsabstinenz widme ich den nächste Artikel.
Es gibt Menschen, die Kompromisse eingehen, wo klare Entscheidungen nötig sind. Deutlicher: sie lassen sich Entscheidungen abnehmen. Das eigene Tun von Anderen abhängig zu machen und so in unklaren Verhältnissen zu leben, bezeichne ich als "Zwischenlösung".
Ich habe die Verantwortung für die Gegebenheiten, in denen ich mich befinde und kann letztlich die "Schuld" daran an niemanden weiterreichen, geschäftlich wie privat. Beruhigend für mich zu sehen, dass die Karrierebibel gleicher Meinung ist. Schlussendlich muss ich mein Leben verantworten und bin meine erste, einzige und letzte moralische Instanz.
Dieses Verhalten erhoffe ich vergeblich von anderen ausgewachsenen Kohlestoffeinheiten, die sich auf dem Opferhocker zurücklehnen und Schuldzuweisungen abgeben. In der Opferrolle lebt es sich angenehm und ich kenne nur wenige Menschen, die bereit sind Verantwortung für alle Aspekte ihres Lebens zu übernehmen.
Die Nichtannahme bewirkt, dass sich die Schuldzuweiser von den "Schuldhabern" manipulieren lassen. Das bemerkenswerte daran ist, dass sich beide Positionen bedingen. Um diesen Machtspielen aus dem Weg zu gehen, bleibt nur den Job/Verein/Beziehung - whatever - aufzugeben, damit die eigene Unversehrtheit keinen Schaden nimmt.
Die größte Herausforderung ist die, mit mir selbst zurecht zu kommen. Kann ich alleine sein? Besitze ich soviel innere Stärke, dass ich mir die Meinung von Anderen anhören kann, meine Entscheidungen aber eigenständig treffe? Wie sieht es mit der Liebe zu mir selbst aus? Oder steige ich in jeden Schuh, den man mir hinhält?
Der Weg in die Selbstverantwortung ist nicht leicht, aber das hat ja auch niemand behauptet. Und für die unbequemen Entscheidungen dient mir das Gelassenheitsgebet als Richtschnur:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Ich habe mich vor einiger Zeit materiell erleichtert und Sachen weggegeben, die ich nicht mehr brauche. Das, so die Theorie, setzt Energie frei, die sonst mental an Dinge gebunden ist. Vereinfachung, moderndeutsch Simplify, ist aber nicht nur die Befreiung von Überflüssigem auf materieller Ebene, sie kann sich auch auf Seele und Geist auswirken.
Unser Verhalten wiederholt sich, wir arbeiten das Leben in der für uns nützlichsten Weise ab. Wenn wir diese Strukturen erkennen, sie loslassen und dadurch auflösen, wird Energie frei, die bisher an dieses Muster gebunden ist. Der Prozess wiederholt sich so lange, bis die Strukturen aufgelöst sind und wir eine Befreiung aus alten Denk- und Handlungsmustern erleben. Das ist Physik, nicht Esoterik.
Diese freigewordene Energie steht uns zur Verfügung und je mehr wir davon abgeben, desto mehr erhalten wir zurück. Mein Serviervorschlag lautet also: "Gib' es weiter". Der ursprüngliche Zusammenhang ist der, dass ich einen erwiesenen Gefallen nicht zurück-, sondern an jemand anderen weitergebe, der gerade diese Hilfe nötig hat. Der Gedanke ist nicht neu und genau hier setzt auch ein Artikel auf zenhabits.net an. Das Buch zum Thema hat eine Stiftung und eine ganze Bewegung ins Leben gerufen. Und einen Film gibt es auch bereits dazu.
Was ich weitergeben will ist Selbstverantwortung, die Einsicht, dass niemand außer mir für die Lage verantwortlich ist, in der ich mich befinde. Wenn es mir gut geht, dann liegt das an mir, wenn es mir schlecht geht, liegt das auch an mir. Ich bin für mich und mein Wohlergehen zuständig, immer und ohne Ausnahme. Erst nachdem sich diese Einsicht in meine Hirnzellen eingegraben hat, kann ich von mir behaupten selbstverantwortlich, mit all dem Zauber drumherum, zu leben.
Daraus erwächst mit der Zeit Selbstvertrauen. Anfangs braucht das Pflänzchen noch etwas Pflege, den Mut die Knospen auch zu öffnen. Hier kann Zuspruch von außen nützlich sein und diesen Zuspruch möchte ich als Zweites weitergeben. Das Selbstvertrauen ist nicht lärmig, es kennt seine Grenzen und baut auf innere Gelassenheit, Stärke und Einsicht. Es ist vor allen Dingen frei von Äußerlichkeiten.
Das Dritte und Wichtigste, das ich weitergeben möchte, ist die Liebe zu mir selbst. Ohne Selbstliebe kein Selbstvertrauen und erst Recht keine Selbstverantwortung. Wozu auch soll ich Verantwortung für mich übernehmen, wenn ich mich nicht schätze? Ich darf zunächst lernen, mich selber zu akzeptieren. Das Annehmen meiner Fehler und Schwächen ist die Voraussetzung dafür, auch andere Menschen zu nehmen, wie sie sind.
Das verbindende Element ist Dankbarkeit, die gleichzeitig das Heilmittel für den Vergleich, den Komposthaufen für das persönliche Unglück, ist. Wenn ich dankbar bin für alles was ich habe und bin, mich nicht mehr vergleichen muss, wenn ich innerlich zufrieden bin und damit, was mein Leben für mich bereithält, dann schließt sich der Kreis.
Jochen Mai hat auf der Karrierebibel zwei Geschichten erzählt, die mich zu folgender Idee angeregt haben: Sie kennen wahrscheinlich selber genug Situationen, wie sie dort beschrieben sind. Sie reagieren genervt - ohne die näheren Umstände zu kennen, die andere Menschen dazu geführt haben sich so zu verhalten, wie sie es nun einmal tun.
Der semiautomatische Impuls ist, den Nerver zu ändern. Das hat ja schließlich auch mit uns funktioniert und nennt sich - beim Menschen - Erziehung.
Ich lade Sie zu folgendem Selbsterziehungsexperiment ein, bei dem es darum geht, die Perspektive zu wechseln und dadurch zu mehr Gelassenheit, Mitgefühl und Geduld zu gelangen. Das Ganze ist nicht für den Kopf bestimmt, sondern an lebenden, atmenden Menschen umzusetzen: wenn Sie sich das nächste Mal in einer Situation befinden, in der Sie Andere ändern wollen, dann tun Sie das nicht, sondern setzen sich auf einen anderen Stuhl und betrachten die Situation von dort aus. Die naheliegenden Gründe für ein Verhalten sind nicht immer die zutreffenden Gründe.
Atmen Sie dreimal tief durch, dann fassen Sie sich ein Herz und fragen, ob Sie helfen können. Sie wissen, welche Gelegenheiten sich dazu eignen, und welche nicht, also bitte nicht den Kopf abschalten.
Ein Mensch schaut in der Straßenbahn
Der Reihe nach die Leute an:
Jäh ist er zum Verzicht bereit
Auf jede Art Unsterblichkeit.
Eugen Roth
Wenn mich morgens mein Zug zur Arbeit trägt, dann teile ich mir die Luft mit Kohlenstoffeinheiten, denen jegliche Form von Glück anscheinend versagt geblieben ist. Auf den Bahnhöfen steigen muffelige Gesichter zu, jeden Tag dieselben. Wenige, denen Lebenserfahrung und -freude ins Gesicht geschrieben steht, die zurückschauen und -lächeln.
Viele der Unlustigen gleichen Kindern, und so verhalten sie sich auch: sie gehen arbeiten, weil sie es müssen, und an den Ungerechtigkeiten des Lebens sind andere Schuld.
Selbstverantwortung kann weh tun, kann Angst machen. Es folgt, dass diese Menschen selten Herzenswünsche hegen (danke für das Wort, Holger!), denn dazu ist eben jene Verantwortung für das eigene Tun unerlässlich.
Umwege erhöhen zwar die Ortskenntnis, wer das Ziel aber nicht kennt, für den gibt es keine Umwege. Oder alles wird dazu, je nach Standpunkt.
Für jene, die um ihren wandelbaren Endpunkt wissen, gibt es keine Umwege, nur Stufen auf dem Weg zum Ziel. Sie planen und berücksichtigen dabei die Möglichkeit des eigenen Scheiterns. Wer das nicht schafft, hat da ein klitzekleines Egoproblem.
Und meinen missmutigen Mitfahrern, die aus dem Kaufhaus, die herumgeschubst werden und Hilfe zur Selbsthilfe benötigen, kann ich nur empfehlen: Liebe, was du tust, tue, was du liebst!.
Menschen ohne Tüten strömen mit stierem, gierigem, wahnsinnigem Blick ins Kaufhaus. Sie gleichen den Süchtigen vom Bahnhof, auf Entzug.
Menschen mit Tüten auf dem Weg zum Ausgang. Den Wahn gestillt, mit leerem Blick, bis zum nächsten Erleichterungsshopping.
Ich fand gerade etwas über die praktisch-spirituelle, Beschränkung auf 100 Besitztümer. Es handelt sich um persönliche Dinge, Unterhosen beispielsweise. Was nicht zählt sind Sammlungen, Sachen, die Mitbenutzer haben (Geschirr) oder verbraucht werden.
Ich werde eine Inventur vornehmen (und Ihnen das Ergebnis nicht vorenthalten), bei der ich meine Habseligkeiten aufliste. So auch Zahnbürsten, die sich natürlich auch verbrauchen. Da ich mehr als eine besitze und sie nicht zu sammeln pflege, zähle ich sie mit.
Ich habe in diesem Zusammenhang den Verdacht, dass die Anzahl meiner Hosen geringer ist, als die der Teller. Was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass mein persönlicher Besitz kleiner ist, als die Zahl meiner sozialen Eigentümer. Oder heißt es Eigentümlichkeiten?!?
Bleibt die Frage: wozu das alles? Einerseits ist es gut zu wissen, womit der Kleiderschrank vollgehängt und das Bücherregal vollgestellt ist. Allein schon wegen der Versicherung. Und es bringt Klarheit, auch in den Kopf.
Ich ahne, dass ich mich über die Mengen wundern werde; und darüber, was ich wie lange nicht mehr benutzt habe und weitergeben werde.
Sie dachten sich's bestimmt: buddhistische (und wahrscheinlich auch andere) Mönche kommen mit wenig Dingen aus: ein paar Schalen, eine Ersatzrobe, einen Gürtel, Rasiermesser, und je nach Kultur ein paar andere Sachen, die seine Mobilität nicht einschränken. Die sozialen Eigentümer werden vom Tempel gestellt.
Anyway, I'll keep you on the running, as we English say, und bin der Hoffnung, dass sich diese guten Beispiele durchsetzen werden. Zum Schluss noch eine Liste mit Artikeln zum Thema, frohes Lesen damit:
StuckInStuff
zenhabits
the rucksack life
Prisca And Aquila
Ich lebe seit etwas mehr als drei Monaten, selbst gewählt, von Hartz IV, Vor knapp einem Jahr kam ein Amazon-Geschenkgutschein in meinem Besitz. Die Gutscheine sind ein Jahr gültig und bis vor Kurzem stand ich vor der Herausforderung diesen Gutschein auszugeben ehe er verfällt, denn das wäre ein Jammer und passt auch nicht zu meiner Vorstellung von einem genügsamen Leben.
Durch meine freiwillige Beschränkung konnte ich lernen, mit wenigen Dingen und Neuanschaffungen auszukommen. Ich habe auch kein Bedürfnis nach Mehrbesitz, sondern möchte lieber noch etwas leichter durch das Leben gehen. Ich empfinde es als Befreiung, nichts kaufen oder besitzen zu wollen und fühle mich "wohlhabender" als jemals zuvor. Zudem gebe ich meinem Leben gerade eine neue Richtung, bei der mich materieller Zuwachs eher stört und nicht dazu passt. Letztlich kommt es darauf an, ob ich an den Dingen hänge, oder sie loslassen kann - auch an der Genügsamkeit natürlich.
Zurück zu Amazon. Ich hatte bereits einige Zeit nach passendem Umsatz Ausschau gehalten, mir ist dabei aber nichts untergekommen, das ich unbedingt haben wollte. Also habe ich den Gutschein in Verbrauchsmaterial, das mich glücklich macht und mir das Leben vereinfachen soll, investiert. Und so hat die Angelegenheit doch noch ein befriedigendes Ende gefunden...
Als Trainer in der Erwachsenenbildung kann ich Menschen helfen und ein bisschen von meinen Werten weitergeben. Einige Leute nehmen etwas davon mit, viele nicht. Auf meiner Baustelle habe ich Arbeitslosengeld II-Empfänger getroffen, die hochmotiviert waren sich Arbeit zu suchen, andere haben aufgegeben. Dazwischen gibt es die Mauler, denen es niemand Recht machen kann, weil sich die ganze Welt gegen sie verschworen hat. Das ist dann wie im Kindergarten...
Regelleistung
Den Grundstock der Leistungen nach dem ALG II bildet die so genannte Regelleistung. Diese wird monatlich gezahlt und beträgt grundsätzlich in den allen Bundesländern € 347. Partner einer Bedarfsgemeinschaft erhalten jeweils 90 % der Regelleistung, was € 311 entspricht. Kinder bis 14 Jahre erhalten pauschale Leistungen in Höhe von € 207, Jugendliche bis 18 Jahre € 276. Weiterhin besteht für Alleinerziehende ein Anspruch auf einen Mehrbedarfszuschlag gemäß § 21 SGB II.
Da ich aus eigener Erfahrung mitreden möchte, habe ich beschlossen auf unbestimmte Zeit von diesem Satz zu leben. Seit einigen Wochen tue ich das auch: 10.- € pro Tag kann ich ausgeben. Im letzten Monat sind 80.- € der Regelleistung in der Spardose gelandet. Ich muss mich nicht sonderlich einschränken, verkneife mir vielleicht den einen oder anderen Kaffee, aber weil ich meinen Kaffeeverbrauch sowieso beenden will (siehe den Artikel bei Lifehacker), hilft dieser "Ausflug" dabei sogar.
Morgens stecke ich mir einen frischen Zehner ein, das Restgeld vom Vortag kommt in die Büchse. Mittlerweile sehe ich es als sportliche Veranstaltung, mich ab und an selbst zu überrunden. Und es ist mir eine diebische Freude zu merken, dass ich nicht den Konsum zu meinem Glück brauche, sondern nur eine andere innere Haltung.
Ich habe diese Einfachheit gewählt und kann sie genießen. Für mich ist sie mit Reichtum, nicht mit Kargheit oder Askese gleichzusetzen. Ich bezeichne diesen Prozess als "Geldfasten", denn wenn ich den Vorgang übersetze, dann kommt er körperlichen Fasten nahe: Ich könnte mir Produkt X kaufen, tue/möchte es aber nicht.
Ich erhalte diesen Teil meines Lebens zurück, die Entscheidungsfreiheit, die ich sonst an der Kasse, samt meiner Lebenszeit (die ich aufwenden muss, um das Geld für Produkt X zu erarbeiten), abgebe. Und Zeit, die ich für mich habe, anstatt mir Gedanken zu machen, wo ich das Geld ausgeben soll.
Die Erfahrung zeigt mir, dass sich durch geringeren Konsum die Lebensqualität deutlich erhöht und ich sehe keinen Grund dafür, diese Vorteile wieder einzutauschen. Wenigstens nicht heute;-)
Heute möchte ich Ihnen Bruno vorstellen, er wird uns in Zukunft noch öfter begegnen. Bruno ist ein Frosch. Er hüpft durchs Gras, lebt sein Leben so, wie Frösche es nun einmal zu tun pflegen und ist im Großen und Ganzen ziemlich zufrieden mit sich und seiner Welt. Natürlich nicht immer, in dieser Hinsicht ähneln sich Frösche und Menschen.

Foto: nellring
Eines Tages fand Bruno einen Brunnen, hüpfte mit einem Riesensprung auf den Rand und blickte hinab. Dort unten sah er einen anderen Frosch hocken, der sicherlich einen guten Kameraden abgab. "Hallo!", rief Bruno hinunter. Er hörte zwar keine Antwort, sah aber, wie sich das Maul des anderen Frosches bewegte. "Ich komme mal zu dir", sprach's und schon war Bruno mit einem großen "Platsch" unten angelangt. Er sah sich verwundert um, fand seinen neuen Freund aber nicht.
"Au Backe," dachte sich Bruno, "das war jetzt blöd. Ich habe nur mein Spiegelbild gesehen, aber wenn ich hier raus bin, dann suche ich mir einen richtigen Froschfreund. Mit dem hüpfe ich durchs Gras, wir fangen fliegen, vielleicht gehen wir ja mal in die Disco und gucken nach Fröschinnen. Eine davon werde ich heiraten, wir setzen viele kleine Frösche in die Welt setzen und werden zusammen alt. Ich arbeite fleißig um uns ein Haus zu bauen und wenn ich in den Ruhestand trete, dann habe ich einen Platz für mich, an dem ich abends ein Pfeifchen rauchen kann...
An dieser Stelle lassen wir Bruno mit seinen Gedanken allein. Zum Abschied rufen wir ihm noch zu: "Komm' du zuerst aus dem Brunnen heraus, Frosch! Und sei dir lieber selber Freund genug, dass du nicht woanders danach suchen musst."